Pfänderbahn Museum

Die Geschichte der Pfänderbahn ist geprägt von Weitsicht.

Pfänderbahn Museum

Das meint ein Dreifaches:

  1. bietet der Pfänder eine weitum bekannte Weit- und Fernsicht.
  2. Die Gesellschaftsgründer bewiesen wirtschaftliche Weitsicht in der Erschließung einer neuen Fremdenverkehrsattraktion.
  3. Die Techniker und Planer bewiesen Weitsicht, da das Gebäude über 70 Jahre hinweg den ständig erhöhten technischen Anforderungen entsprach.

Die Ausstellung widmet sich diesen drei Aspekten Natur, Unternehmen und Technik am Pfänder.

Geschichte

Vorprojekte der Pfänderbahn
Schon in der Zeit des Biedermeiers (1815-1848) war der Pfänder ein beliebter und oft begangener Aussichtspunkt. Die touristische Erschließung mit Weganlagen und Pfänderhotel erfolgte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. In diese Zeit zurück reichen auch die ersten Entwürfe zur technischen Erschließung des Aussichtsberges. Eine mit Dampf betrieben Zahnradbahn sowie eine elektrische Trambahn wurden noch vor der Jahrhundertwende geplant.

Sehr weit gedieh das Projekt der Elektropioniere Jenny und Schindler, die 1906 eine elektrische Zahnradbahn Bregenz - Gebhardsberg - Fluh - Pfänder verwirklichen wollten.

Aufgrund kostengünstigerer Technik und aufgrund der Erfahrungen mit der neuen Personenseilbahnen "Kohlererbahn" in Bozen/Südtirol, plante 1911 eine Gruppe Bregenzer Bürger zusammen mit der Firma Bleichert eine Drahtseilschwebebahn Bregenz - Pfänder.

Zwei Jahre später lagen konkrete Baupläne vor für Talstation, Bergstation und Hotel. Der Erste Weltkrieg verhinderte jedoch eine Umsetzung.

Pfänderbahn 1927 und der Seilbahnboom der Zwischenkriegszeit
1927 war es soweit. Bundespräsident Michael Hainisch eröffnete am 20. März die Pfänderbahn.

Sie war nach der Zugspitzbahn und der Raxbahn die dritte Seilschwebebahn Österreichs und stand damit am Beginn eines Seilbahnbooms. Allein in Österreich wurden während der Zwischenkriegszeit insgesamt zwölf Seilbahnen gebaut.

Die Personenseilbahnen fußten auf zwei Traditionen. Einerseits nutzten sie die Erkenntnisse der Bergbauingenieure. Andererseits setzten sie die Tradition der technischen Lustbarkeiten fort, denen das Publikum bei großen Ausstellungen in Panoramen und plastischen Schaubildern seit dem frühen 19. Jahrhundert begegnete.



Die frühesten Seilbahnen zum Personentransport wurden als Brückenersatz verwendet. Bereits 1870 läßt sich eine "Lufteisenbahn" über die Bregenzer Ache zwischen den Gemeinden Andelsbuch und Schwarzenberg nachweisen. Die Entwürfe am Ende des 19. Jahrhunderts dagegen standen ganz im Zeichen des Fremdenverkehr. 1898 wurde eine "Luftkabelbahn" als touristische Attraktion im Modell einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt. Das Publikum war vorbereitet. Aber erst die neuen Erkenntnisse im Seilbahnbau, die im Ersten Weltkrieg gemacht wurden, boten die Voraussetzung für den Aufschwung der Schwebebahnen.

Willibald Braun, der Architekt der Pfänderbahn
Der in Bregenz ansässige Architekt Willibald Braun (1882 -1969) zeichnete die Entwürfe der Pfänderbahnstationen.

Braun, geboren in Württemberg, eröffnete 1906 ein Architekturbüro in Bregenz. Er zählte zu den bedeutendsten Architekten des beginnenden 20. Jahrhunderts und schuf zahlreiche renommierte Bauten in Vorarlberg.

Für den Bau von Seilbahnstationen gab es noch kaum architektonische Vorbilder. Die Architekten des Seilbahnbooms der Zwischenkriegszeit gingen somit unbelastet an die neue Aufgabe heran.



Der geplante Aufgang zur Pfänderbahn von 1926 beginnt bereits in der Belruptstraße.

Die Pfänderbahn AG
Die Geschichte des Unternehmens "Pfänderbahn AG" ist eng mit der Bregenzer Familie Kinz verknüpft. Der Bregenzer Weinstubenbesitzer Ferdinand Kinz hatte 1880 das Pfänderhotel gekauft. Er war auch maßgeblich an den Projekten zur Erschließung dieses Gebietes beteiligt.

Sein Sohn, Rechtsanwalt Dr. Ferdinand Kinz war Bürgermeister von Bregenz zwischen 1906 und 1929. Als politisch Verantwortlicher war er schon vor dem Ersten Weltkrieg in die Vorprojekte zur Erschließung des Pfänders eingeweiht. Zusammen mit Landeshauptmannstellvertreter Franz Natter nahm Kinz 1925 das Pfänderbahnprojekt neuerlich in Angriff. Natter leitete einen Arbeitsausschuss, der mit den Seilbahnbaufirmen die Verhandlungen führte. Auch kämpfte er für die Beschaffung des nötigen Kapitals und lud mittels Flugblatt "die heimischen Kreise" zur Zeichnung von Aktien ein.

Die Gründungsaktionäre waren neben den öffentlichen Körperschaften Land Vorarlberg und den Gemeinden Bregenz, Lindau, und Lochau zahlreiche private Familien und Unternehmen der näheren und ferner Umgebung.

1928 wurde Dr. Ferdinand Kinz zum Vorstand der Pfänderbahn berufen. Nach seinem Ableben im Jahre 1935 folgte ihm der Bregenzer Bürgermeister Matthias Wachter auf diese Stelle. Der langjährige Betriebsleiter, Ing. Sepp Luger, löste 1938 Wachter als Vorstand ab. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges leitete für sieben Jahre Dipl.Ing. Anton Schwärzler als Vorstand das Unternehmen.

Am 1. März 1953 übernahm DDr. Hubert Kinz als Vorstand die Geschäftsführung der Aktiengesellschaft und seit 1. März 2001 hat DI Thomas E. Kinz diese Aufgabe inne.

Zeittafel zur Geschichte der Pfänderbahn

1927 Als dritte österreichische Personen-Seilschwebebahn wird die Pfänderbahn am 20.3. eröffnet.
1932 Als 1millionster Fahrgast seit bestehen der Bahn wird der Hochschüler Albert Bilger aus Baden mit einem netten Geschenk überrascht.
1933 Durch die deutsche Reichsregierung wird mit 1. Juni eine Grenzsperre erlassen. Die Pfänderbahn AG rutscht dadurch in die roten Zahlen. Die reichsdeutschen Gäste sinken um fast 50%.
1935 Durch den Ausbau der Schlauchabfahrt über die Alpe Kälbelen Mesmerreute bis in die Stadt gewinnt der Pfänder besonders für die skibegeisterte Jugend erhöhten Anreiz.
1936 Aufhebung der Tausendmarksperre ab 11. Juli. Großer Aufschwung bei der Pfänderbahn durch die KdF-Aktionen.
1938 Mit dem Anschluss Österreichs und der Bildung des Großdeutschen Reiches bricht eine starke Aufwärtsentwicklung an. Um den Ansturm zu meistern werden die alten Holzkabinen durch Kabinen aus Leichtmetall ersetzt.
1939-1945 Der Besucherstrom bricht auch in den Kriegsjahren nicht ab. Bei Herannahen der alliierten Truppen wird die Zerstörung der Betriebsanlage verhindert.
1948 Das Tragseil II wird nach 22 jähriger Auflagezeit und einer kleinen Beschädigung zu Kriegsende durch einen Granatsplitter ausgetauscht.
Tragseil II
1953 Mit 1. März übernimmt DDr. Hubert Kinz als Vorstand die Leitung der Geschäftsführung.
1954 Der Einbau einer Plattformwaage in der Talstation vereinfacht den Personeneinlass.
1955 Der Sessellift Hintermoos (Maldona) wird im November in Betrieb genommen. Projekt und Konstruktion stammen von Betriebsleiter Ing. Karl Fink.
1959 Die gesamte Betriebsanlage wird nach einem Projekt von Betriebsleiter Ing. Karl Fink von den Firmen VÖEST und BBC umgebaut.
1960 Wiederaufnahme des Betriebes mit neuen Leichtmetallkabinen, die nun 38 Personen fassen. 
1961 Die Pfänderbahn AG erwirbt die Mehrheit der Brandner Seilbahnen- und Skilift GmbH in Brand. Diese Tochtergründung wird 1962 in Bergbahnen Brand GmbH umbenannt.
1971 Der 1949 errichtete Stangen-Schlepplift Pfänderdohle und der 1951 erbaute Sessellift Hintermoos werden abgebaut. Beide Liftanlagen werden als Schlepplifte neuer Bauart errichtet.
1974 Durch den Neubau des Berghaus Pfänder nach dem Abbrand des alten Pfänderhotels ist wieder für die Bewirtung gesorgt.
1977 Die Pfänderbahn feiert Ihr 50jähriges Bestehen.
1994/95 Die Pfänderbahn wird komplett neu errichtet. Großraumkabinen für 80 Personen werden angeschafft. Eine Diskussion über die neue 54m hohe "Pfänderstütze" wird entfacht. Die Vorteile der neuen Stütze überwiegen. Die Gegenstimmen verstummen.
1998 Im Januar werden die Anteile an den Bergbahnen Brandnertal an die Gemeinden Brand und Bürserberg verkauft. Das neue Pfänderbahn Museum wird eröffnet und erfreut sich großer Beliebtheit bei Einheimischen und Gästen.
1999 Nach einem mehrmonatigen Bau wird das neue Pfänderbahn - Parkhaus in der angrenzenden Schillerstraße eröffnet. Mit den seinen 134 Abstellplätzen wird das Parkplatzproblem im Stadtteil wesentlich verbessert. Am 7. Mai kann der 26.000.000 Fahrgast der Pfänderbahn begrüßt werden.
2000 Mit der Neugestaltung des Zuganges zur Pfänderbahn und des Umbau des Parkplatzes kann Ende Mai die komplette Neugestaltung der Pfänderbahn welche mit dem Neubau 1994/95 begonnen hat als beendet betrachtet werden. Durch die neu Schrankenanlage erhalten Pfänderbahn Besucher 2 Stunden freie Parkzeit.
Im August kann das erste mal seit dem Umbau 1994/94 die magische Frequenz von über 100.000 Personen in einem Monat überschritten werden. Die Pfänderbahn befördert genau 105.632 Personen. Besonders die neu eingeführte Bodensee-Erlebniskarte trägt dazu bei.
2001 Nach genau 48 Jahren als Vorstand der Pfänderbahn AG wechselt DDr. Hubert Kinz, Ende Februar in den Aufsichtsrat. Während seiner Amtszeit fallen viele Wegweisende Entscheidungen. (Siehe oben) Ab. 1.3.2001 übernimmt sein Sohn DI Thomas E. Kinz den Alleinvorstand der Pfänderbahn AG.
Am 7. Juni kann der neue Vorstand den 27.000.000-sten Fahrgast in der Talstation begrüßen. Frau Inge Trappen aus Essen ist der glückliche Fahrgast.
2002 Die Pfänderbahn feiert Ihr 75jähriges Bestehen. Der Kinderspielplatz am Pfänder wird vergrößert und mit der längsten Trockenrutsche Vorarlbergs ausgestattet.
2005 Im Frühjahr wird das Seepanorama – eine Aussichtskanzel mit fotografischem Panorama – als zusätzliche Attraktion für die Pfänderbesucher eröffnet. Im April wurde Frau Andrea Wanger aus Winterthur /CH) als 29.000.000ste Besucherin geehrt. Um in den Wintermonaten eine bessere Aussicht aus den Kabinen der Pfänderbahn zu ermöglichen, werden im November beheizte Frontscheiben eingesetzt.
2007 Die Pfänderbahn Bregenz feiert Ihr 80jähriges Jubiläum und empfängt im April den 30.000.000sten Fahrgast.